
Führungsgrundsätze entwickeln: 5 Erfolgsfaktoren aus unserem letzten Workshop
Führung im öffentlichen Dienst verändert sich schrittweise und spürbar. Mit dem demografischen Wandel, steigenden Erwartungen an moderne Verwaltungskultur und neuen Anforderungen an Führung in Veränderungsprozessen rückt ein Thema diesbezüglich in den Fokus: Führungsgrundsätze.
Doch was macht Führungsgrundsätze wirksam? Und wie gelingt es, diese nicht nur in einem Workshop zu entwickeln, sondern im Alltag in die Verwaltung zu tragen?
Aus einem unserer jüngsten Workshops mit Führungskräften einer Stadtverwaltung bringen wir 5 zentrale Erfolgsfaktoren mit, die sich für uns ergeben haben.
Wir haben in jenem Workshop mit dem Dozenten Florian Gilbert von der HSPV NRW in verschiedenen Methoden schrittweise die “alten” Führungsgrundsätze weiterentwickelt.
1. Vorbereitung ist das A und O
Klingt banal, ist aber entscheidend. Ohne eine saubere inhaltliche und methodische Vorbereitung wird der Prozess schnell beliebig. Es braucht Anknüpfungspunkte: Welche bestehenden Werte gibt es? Welche Führungssituationen stellen aktuell besondere Herausforderungen dar? Welche Zielbilder oder Leitbilder existieren im Haus?
Ein kurzer Input zur Einordnung und Abgrenzung verschiedener Instrumente (z. B. Leitbild, Führungsverständnis, Führungsgrundsätze) kann helfen, den Einstieg in den Workshop zu erleichtern.
2. Führungsgrundsätze ≠ Leitbild
Führungsgrundsätze sind keine Sammlungen von Idealbildern, sondern handlungsleitende Aussagen für den Arbeitsalltag. Sie müssen konkret genug sein, um Orientierung zu geben und gleichzeitig offen genug, um in unterschiedlichen Bereichen zu funktionieren. Gute Führungsgrundsätze beschreiben Verhalten in bestimmten Situationen und machen Erwartungen transparent.
Beispiel: „Wir geben regelmäßiges Feedback“ ist greifbarer als „Wir pflegen eine wertschätzende Führungskultur“.
3. Erwartungshaltung klar kommunizieren
Für viele Führungskräfte ist die Entwicklung von Führungsgrundsätzen Neuland. Umso wichtiger ist es, den Rahmen transparent zu machen: Was ist das Ziel des Prozesses? Was wird von den Teilnehmenden erwartet? Inwiefern wird die Kommunikation in die Belegschaft im Workshop mitgedacht?
Diese Klärung schafft Verbindlichkeit und schützt vor Frust durch ungeklärte Rollen und Ziele.
4. Ausdauer nicht unterschätzen
Führungsgrundsätze entwickeln bedeutet auch: sich mit unterschiedlichen Haltungen, Erfahrungen und Konfliktlinien auseinanderzusetzen. Das ist nicht immer bequem, aber notwendig, um ein tragfähiges Ergebnis zu erreichen. Gute Moderation hilft dabei, diese Auseinandersetzungen produktiv zu gestalten, ohne dass sich einzelne Personen übergangen fühlen.
5. Reporting und Kommunikation mitdenken
Sind die Führungsgrundsätze einmal entwickelt, stellt sich die Frage: Und jetzt? Damit die Inhalte auch Wirkung entfalten und vor allem gelebt werden, braucht es eine kluge interne Kommunikation. Wer kommuniziert die Ergebnisse? Wie werden sie dokumentiert? Wie gelangen sie zu den Mitarbeitenden? Wie wird überprüft, ob sie gelebt werden?
Gute Praxis: Führungsgrundsätze nicht nur als Dokument, sondern auch als Gesprächsanlass nutzen, z. B. in Teamklausuren, Mitarbeitergesprächen oder im Onboarding.
Fazit
Führungsgrundsätze sind ein wirkungsvolles Instrument für Klarheit und Orientierung, wenn sie ernst genommen und mit Beteiligung entwickelt werden. In Zeiten des demografischen Wandels, der Digitalisierung und KI ist nun ein guter Zeitpunkt, die aktuellen Führungsgrundsätze zu updaten und an die neuen Gegebenheiten anzupassen.
Ihr wünscht eine Workshop-Moderation? Sprecht uns gerne an und wir erstellen ein individuelles Angebot. Carolin Schröer freut sich auf Deine unverbindliche Kontaktaufnahme!
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